Manual winding

Manual winding, Technik, Uhrwerk -

Manual winding

Die Uhr mit Handaufzug erfreut sich weiter großer Beliebtheit bei Uhrenliebhabern. Bei besonders hochwertigen Uhren oder auch Uhren mit aufwändigen Komplikationen läuft die Handaufzugsuhr sogar den Automatikuhren den Rang in der Wertschätzung ab. Das hat viele Gründe, die wir in diesem Beitrag erläutern werden.

Eine Handaufzugsuhr hat einige Besonderheiten gegenüber anderen Antrieben. Dazu gehört, dass man sie, wie der Name es schon sagt, von Hand aufziehen muss, aber auch, dass sie durch einen transparenten Gehäuseboden die ganze Pracht des Uhrwerks offenlegt, weil diese nicht durch den Rotor des Automatikwerkes verdeckt wird. 

Wie funktionieren Uhren mit Handaufzug?

Eine Handaufzuguhr bezieht seine Energie aus einer spiralförmigen Zugfeder, der zuvor Energie über das Drehen der Krone zugeführt wird.

Erfunden wurde dieser Mechanismus im Jahr 1845 im Hause Patek Philippe. Diese Energie wird anschließend über ein komplexes Werk von Zahnrädern, Hebeln und weiteren Federn an die Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden weitergeleitet, sodass diese die Zeit anzeigen können. In einem Handaufzug Chronograph wird auch die Stoppfunktion mit der Energie aus dieser Feder versorgt. Diese zentrale Energiequelle gibt nun langsam die gespeicherte Energie ab und entspannt sich zunehmend.

Der Unterschied zur Automatikuhr ist aber, dass bei der Handaufzugsuhr, diese Feder regelmäßig von Hand durch Drehen der Krone aufgezogen werden muss.

Wie oft muss ich meine Handaufzugsuhr aufziehen?

Wie lange eine Uhr mit Handaufzug läuft, hängt von der sogenannten Gangreserve ab. Diese beschreibt die maximal gespeicherte Energie im Federgehäuse im Verhältnis zum typischen Energieverbrauch der Uhr.

In der Regel beträgt die Gangreserve von Uhren mit Handaufzugswerken 36 bis 48 Stunden. Das heißt, dass bei vollem Aufzug, die Uhr 36 bzw. 48 Stunden läuft. Daher empfiehlt es sich für die meisten Handaufzugsuhren, diese täglich aufzuziehen. Insbesondere, da die Ganggenauigkeit abnimmt, bevor die Uhr stehenbleibt.

Gibt es Uhren mit Handaufzug für Damen und Herren?

Ja, Herrenuhren mit Handaufzug sowie Damenuhren mit Handaufzug sind gleichermaßen verbreitet.

Bei Damenuhren ist es oftmals sogar ein Designgrund ein Handaufzugswerk zu wählen, da die Uhr dann etwas flacher ausfällt. Gepaart mit dem kleineren Durchmessern von Damenuhren ergibt sich ein stimmiges Gesamtbild.

Handaufzug Herrenuhren erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, da diese sehr gerne als Anzugsuhren genutzt werden. Auch hierbei überzeugt wieder die etwas flachere Bauweise.

9 Tipps zum Aufziehen einer Uhr mit Handaufzug

Das klingt einfach und ist es auch, wenn man einige Punkte beachtet:

  1. Die Uhr zum Aufziehen von Handgelenk nehmen. Damit ist sichergestellt, dass die Welle des Handaufzugs, die mit der Krone verbunden ist, nicht verbogen wird oder gar bricht. Weiterhin wird vermieden, dass die Kronendichtung durch einen einseitigen Druck beschädigt wird und die Wasserdichtigkeit nicht mehr gegeben ist. Beide Probleme würden aufwändige Reparaturen nach sich ziehen.
  2. Die Drehbewegung der Krone sollte gleichmäßig und eher vorsichtig sein. Die Teile eine mechanischen Handauszugsuhr sind filigran und können durch grobe Kräfte leicht verbogen werden oder übermäßig verschleißen.
  3. Stellen Sie sicher, dass die Krone sich in der Normalposition befindet (ganz reingedrückt) und drehen sie die Krone langsam zwischen Daumen und Zeigefingen vor und zurück. Je nach Gangreserve und Aufzugszustand genügen täglich etwa 20 bis 40 Umdrehungen, um eine Handaufzugsuhr wochenlang am Laufen zu halten. 
  4. Hat die Uhr eine verschraubte Krone, ist die Normalposition die, die direkt nach dem Aufschrauben vorliegt.
  5. Kurz vor dem mechanischen Anschlag, die den Vollaufzug der Feder anzeigt, werden Sie merken, dass der Widerstand beim Aufziehen leicht ansteigt. Das ist der Punkt, an dem wir empfehlen das Aufziehen zu beenden. 
  6. Bei Uhren mit verschraubter Krone muss diese jetzt wieder zugeschraubt werden, um die Wasserdichtigkeit ihrer Handaufzugsuhr wieder herzustellen.
  7. Man sollte niemals die Uhr über den mechanischen Anschlag hinaus aufziehen. Dabei kann die Aufzugsfeder brechen.
  8. Eine mechanische Handaufzugsuhr sollte alle 5 bis 8 Jahre zur Inspektion zum Uhrmacher, um die Schmiermittel zu erneuern und den allgemeinen Zustand zu prüfen. Die Uhr dankt es mit einer langen Lebensdauer und einer nachhaltigen Genauigkeit.
  9. Sollte Ihre Armbanduhr mit Handaufzug trotz Beachtung aller Ratschläge mal stehen bleiben, hilft es manchmal die Krone zu ziehen und wieder zurück zu drücken. Hilft das nicht, empfehlen wir die Uhr zum Uhrmacher zu bringen. Es kann sein, dass eine Wartung erforderlich ist oder tatsächlich ein Defekt vorliegt.

Wann ist meine Uhr mit Handaufzug voll aufgezogen?

Eine Handaufzugsuhr besitzt einen mechanischen Anschlag über den man nicht hinaus aufziehen kann. Kurz bevor dieser Punkt erreicht ist, steigt der Widerstand beim Aufziehen, sodass man mit der Zeit ein Gefühl bekommt, wie weit man eine Handaufzugsuhr aufziehen kann. Es ist zu empfehlen nicht bis zum Anschlag zu drehen, sondern etwas früher aufzuhören.

Bestimmte Uhrenmodelle haben eine Anzeige der Gangreserve in Tagen oder Stunden sodass jederzeit festgestellt werden kann, wie lange die Uhr noch laufen wird.

Kann ich eine Handaufzug Uhr überdrehen?

Eine Uhr mit Handaufzug besitzt einen Sperrmechanismus bzw. Anschlag, über den Sie die Uhr nicht aufziehen können. Üben Sie jedoch zu viel Kraft aus, wenn dieser Anschlag erreicht ist, kann es zu Beschädigungen innerhalb der Uhr kommen (z.B. Aufzugswelle). Achten Sie also drauf, mit wenig Kraft und viel Gefühl die Uhr aufzuziehen.

Welche Fehler können beim Aufziehen passieren?

Wenn Sie die folgenden Fehler mit Hilfe unserer Tipps vermeiden, wird Ihre Handaufzugsuhr ein langes Leben führen:


Fehler

Erläuterung & Tipps

Aufziehen gegen den Anschlag

Obwohl es nicht möglich ist, über den Anschlag hinaus zu drehen, können Schäden entstehen, wenn zu viel Kraft auf den Anschlag ausgeübt wird.


Tipp: Auf sich erhöhenden Widerstand achten und frühzeitig stoppen

Aufziehen mit zu viel Kraft

Beim Aufziehen drehen sich empfindliche Wellen und Zahnräder im Handaufzugswerk, die bei erhöhter Krafteinwirkung beschädigt werden können.


Tipp: Vorsichtig und langsam Aufziehen

Aufziehen am Handgelenk

Durch die ungünstige Position kann Kraft auf die Aufzugswelle ausgeübt werden. Das Moment wird in das Werk übertragen und kann Dichtung und Welle des Handaufzugs beschädigen.


Tipp: Uhr ausziehen

Aufziehen gegen den Uhrzeigersinn

Das Aufziehen des Handaufzugs gegen den Uhrzeigersinn hat in der Regel keine Konsequenzen, da es ein Leerlauf ist. Das Werk wird hierdurch nicht aufgezogen. Aber: Das Stellen der Uhr sollte ausschließlich im Uhrzeigersinn geschehen.


Tipp: Aufziehen & Stellen im Uhrzeigersinn

Wenn ich meine Uhr über Nacht ablege, muss ich sie wieder aufziehen?

Da die gängigen Handaufzugswerke eine Gangreserve von 36 bis 48 Stunden haben, müssen sie streng genommen morgens nicht aufgezogen werden.

Da wir jedoch empfehlen, eine Uhr mit Handaufzug täglich aufzuziehen, kann es Sinn machen, das Aufziehen zum morgendlichen Ritual hinzuzufügen.


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